Verständigungsmöglichkeiten

 

Verständigungsmöglichkeiten
nach totaler Laryngektomie


 

Die elektronische Sprechhilfe besitzt eine Membran, die auf den Hals aufgesetzt wird und Schwingungen von aussen in den Rachen bringt. Die entstehenden Töne können im Mund moduliert werden. Dabei werden - wie vorher bei der natürlichen Stimme - die Lippen und die Zunge bewegt.

Die Speiseröhrenersatzstimme ist eine schon lange bekannte Technik, ohne Stimmbänder zu sprechen. Dabei wird Luft in die Speiseröhre gedrückt und dosiert wieder herausgelassen. Im Laufe der Zeit bilden sich Schleimhautwülste (Pseudoglottis). Durch das kontrollierte Herauslassen der Luft werden diese Schleimhautwülste in Schwingungen versetzt. Dadurch entstehen wahrnehmbare Töne, die zu Sprachlauten geformt werden können.

Die Stimmprothese ist ein Ventil, das zwischen Luftröhre und Speiseröhre operativ eingesetzt wird. Wenn der Stimmprothesenträger sein Tracheostoma verschliesst, gelangt die Ausatemluft über Luftröhre und Ventil in die Speiseröhre. Sie strömt dann weiter durch den Speiseröhreneingang in die Mundhöhle. Die Schleimhautfalten in der Speiseröhre werden in Schwingungen versetzt und ermöglichen dadurch die Stimmbildung.

 

 

Vorteile und Nachteile
der unterschiedlichen Verständigungsmöglichkeiten


Pseudoflüstern
  • relativ schnell erlernbar
  • gute Vorbereitung zum Sprechen
         mit der elektronischen Sprechhilfe
  • schwer verständlich, keine ausreichende
         Verständigungsmöglichkeit (Vokale und Nasale
          fehlen)

  • oft erhöhte Kraftanstrengung, dadurch
         Verspannungen, Grimassieren
  • gutes Pseudoflüstern erschwert Anbahnung der
         Ösophagusstimme
  • elektronische
    Sprechhilfe
  • Verständigung relativ schnell
         möglich

  • längeres Sprechen ohne
         Ermüdungserscheinungen

  • keine körperlichen Nebenwirkungen
  • z.T. weniger störende
         Nebengeräusche

  • während des Essens einsetzbar
  • maschineller, auffälliger Klang (Roboter /
         Computer)

  • nicht körpereigen
  • gute AK erforderlich
  • kein Hauchlaut oder Nasal möglich
  • Abhängigkeit vom Gerät
  • eine Hand zur Bedienung erforderlich
  • äußerlich sichtbares Hilfsmittel / Prothese
  • Ösophagusstimme
  • körpereigene Stimme (natürlicher,
         individueller Klang)

  • modulationsfähig
  • keine Abhängigkeit von Hilfsmitteln
  • Erlernung oft langwierig
  • körperliche Nebenwirkungen (Sodbrennen, Reflux,
         Luftschlucken: dadurch unwillkürliches Aufstossen
         und Blähungen)

  • mögliche störende Nebengeräusche erschweren
         die Verständlichkeit
  • Shunt - Ventile
  • relativ schnelle Erlernbarkeit
  • wenig Motivation nötig
  • großes, kontinuierliches
         Lungenluftvolumen steht zur
         Phonation zur Verfügung
  • lange Sprechphasen möglich /
         stimmliche Dauerbelastungsfähigkeit
         ohne wesentliche physische
         Ermüdung

  • keine Verschiebung oder Einengung
         der Sprechakzente (Lautstärke,
         Tonhöhe, Tempo)

  • gute Sprachverständlichkeit
  • eine Hand wird zum Zuhalten des Tracheostomas
         benötigt

  • Neigung zur Hochatmung
  • Komplikationen, z.B. Granulationsbildung,
         Verstopfung oder Undichtigkeit der Prothese:
         dadurch Aspirationsgefahr
  • Fistel muss bei Versagen evtl. operativ
         verschlossen werden

  • Überforderung des Pat. beim Reinigen oder
         Wechseln der Prothese

  • aus Kontrollzwecken mehr klinik- bzw.
         arztgebunden

  • gelegentlich unangenehmes Fremdkörpergefühl
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    nach Vorstellung